Schachteln
Schachteln sind Verpackungen, also "gezielt angebrachte, lösbare Umhüllungen eines Produktes". Dieses Packgut wird damit zum Packstück. Um diese platzsparend lagern können, wurden Faltschachteln erfunden. Dies sind gefaltete und damit platzsparende Schachteln, die in gefaltetem Zustand an die verarbeitenden Unternehmen geschickt werden und dort auseinandergefaltet und mit mannigfaltigen Produkten gefüllt werden. Dabei erfüllen sie verschiedene Funktionen: Sie schützen den Inhalt beim Transport, auf ihnen können Werbebotschaften transportiert werden und sie machen aus unterschiedlichsten irregulären Formen standardisierte Einheiten, die stapelbar und, den Laderaum optimal ausnutzend, transportiert und aufbewahrt werden können.
Zentrum der Schachtel ist der Faltschachtelrumpf, auch Zarge genannt, mit seitlicher, parallel zur Höhe strebender Verbindung, an der Boden- und Deckelklappen hängen bzw. ein Einsteckboden und -deckel anschließt. Meistens wird die Seitennaht verklebt und die Schachtel kann mit einem leichten Druck zur Befüllung geöffnet werden. Damit das Material beim Entfalten nicht bricht, wird das Verfahren der Nutung angewandt: Ein Span des Materials wird herausgehoben und damit das Falten der Schachtel überhaupt erst komfortabel und praktisch ermöglicht.
Es gibt verschiedene Schachtelformen, zum einen die Primärverpackung aus Kartonagen oder Pappe, die wiederum in sechs Unterkategorien aufgefächert wird, wie "Standardfaltschachteln", "Gürtelfaltschachteln" oder "Stülpfaltschachteln", zum anderen die Transportverpackung aus Wellpappe, die wiederum acht Unterkategorien umfasst. Weitere verwendete Materialien können Verbundmaterialien, Kunststoff oder Weißblech sein. Es gibt natürlich auch ganz besondere Schachteln, die aus dem Rahmen fallen, wie die berühmte Streichholzschachtel. Gemessen werden Schachteln nach der Formel A x B x H, d.h. Länge (das Maß zwischen den Seitenklappen) mal Breite (das übrigbleibende Breitenmaß) mal Höhe, die parallel zur Klebenaht gemessen wird. Als Maßeinheit wird immer der Millimeter (mm) verwendet.
Im Grunde werden Schachteln immer an das zu verpackende Produkt angepasst. Auch, wenn es natürlich Standardmodelle gibt, variieren sie doch meist in Form und Funktionalität. Dazu verwendet der Verpackungs-Konstrukteur einen Computer mit CAD-Programm und erhält als Grundlage vorgegebene ABH-Maße oder das zu verpackende Produkt. Daraus „berechnet" er das nötige Material, die Form und die Art und Weise der Herstellung.
Die Schachteln sind ein Produkt der Verpackungsindustrie, die sich als Zweig der Buchbinderei entwickelt hat. Sie haben ihren Ursprung in den USA des 19. Jahrhunderts, wo 1839 die ersten Exemplare nachweisbar sind. Damals wurden sie noch mit Stiften oder Schnüren verbunden, ab 1879 wurde maschinell geschnitten und gestanzt und ab 1895 wird mit der ersten patentierten Beleimungsmaschine industriell geklebt. Mit der Jahrhundertwende und dem aufkommendem Zeitalter der Markenartikel wurde die Nachfrage nach passenden Schachteln immer größer und bleibt bis heute ungebrochen.